Adventkalender: ohne Schnickschnack, mit Herz

Hunde sind Familienmitglieder und viele HundehalterInnen haben Spaß daran, im Dezember auch ihrem Hund einen Adventkalender zukommen zu lassen. Doch viele der im Handel erhältlichen Kalender für Hunde sind zwar wirklich toll, aber nicht gerade kostengünstig. Außerdem kommt der Advent meistens nur in Form von Futtervariationen. Doch Hunde kann man  mit noch viel mehr als nur Leckerlis glücklich machen.

Hier habe ich für euch einen selbstgemachten Alternativvorschlag eines Adventkalenders für den Hund zusammengestellt, der ohne viel Aufwand selbst gebastelt werden kann. Ich freue mich, wenn sich der ein oder andere davon inspirieren lässt (wer mag, kann ihn sicher auch noch viel schöner gestalten als ich) und den Dezember mit seinem Hund für ganz besonders viele schöne gemeinsame Momente nutzt. „Adventkalender: ohne Schnickschnack, mit Herz“ weiterlesen

Von Hippieleben bis Soldatendasein: über Freiheiten im Hundeleben

„Heute macht er mal wieder nur, was er will“. Jeder Hundehalter und jede Hundehalterin hat diesen Satz wohl schon einmal ausgesprochen oder zumindest gedacht und vielleicht auch mit Freunden darüber gescherzt, dass der Hund mit der nächsten Lieferung ins All oder ins Tierheim verfrachtet wird. Dahinter steht natürlich manchmal nicht nur ein Spaß und eine kurze Unzufriedenheit, sondern auch ernster Ärger über das Verhalten des eigenen Hundes.

Eigenständiges Agieren eines Hundes entgegen der Wünsche seines Menschen wird häufig als schlechtes Verhalten, Verzogenheit, Sturheit oder der Absicht, den Halter bewusst ärgern zu wollen, kategorisiert. Sei es von außenstehenden Menschen oder von der Bezugsperson des Hundes selbst. Nicht selten kommt die Kritik auf, der Hund würde einem doch nur auf der Nase herumtanzen, und das könne man auf keinen Fall so akzeptieren. „Von Hippieleben bis Soldatendasein: über Freiheiten im Hundeleben“ weiterlesen

Wurstigkeit: besser als Wurst

Wurstigkeit. Eigentlich wollte ich mich zu Beginn dieses Blogbeitrages gleich für die Verwendung dieses (Un?)wortes entschuldigen. Aber Tante Google führte mich auf die Spur eines Dudeneintrages, der mir bestätigte, dass „die Wurstigkeit“ durchaus ein umgangssprachlich legitimer Begriff ist. Häufigkeit: 2 von 5 Balken. Ha! Die Wurstigkeit also. Mit der Nennung der möglichen Synonyme war ich leider nicht mehr ganz so glücklich – zu einengend. Aber sei es wie es sei – hier soll es jedenfalls um die Wurstigkeit und den Hund gehen.

Ich wette, jeder kennt diese Situation: man befindet sich in Gesellschaft und ist gerade dabei, ein Marmelade-, Sugo-, Gurken- oder sonstiges Glas zu öffnen. Man scheitert trotz aller Anstrengungen. Es dauert kaum 5 Sekunden und man ist von Menschen umringt, die sich alle darum reißen, einem das Glas abzunehmen, sich selbst zu beweisen und UNBEDINGT derjenige sein wollen, der den Erfolg des „Klick“ einheimsen kann.
Ein ganz ähnliches Phänomen gibt es auch in der Hundewelt. Weist man als zu einem unsicheren oder distanziertem Hund gehörender Mensch darauf hin, dass der eigene Hund sich vor zu viel Aufmerksamkeit von Fremden fürchtet oder schlicht keine Lust darauf hat und Abstand braucht, sieht man sich regelmäßig damit konfrontiert genau das Gegenteil bewirkt zu haben. Wie das Glas wollen die Leute den Hund „knacken“. „Wurstigkeit: besser als Wurst“ weiterlesen

Einschreiten oder Zuschauen: über menschliche Hilfe bei hündischen Sozialkontakten

Anlass zu diesem Blogbeitrag gab mir eine unlängst stattgefundene Hundebegegnung:

Unterwegs mit meiner eigenen Hündin trafen wir auf zwei Schäferhunde samt Besitzerin. Die Hunde kannten sich bereits von mindestens einer flüchtigen Begegnung auf derselben Strecke. Ich beschloss, meine Hündin – selbst kein Paradebeispiel von Souveränität und vorbildlichem Sozialverhalten – anzuleinen und ein paar Schritte neben den breiten Weg zu treten, um die Schäferhunde ohne Kontaktaufnahme passieren lassen zu können. In dem Moment, in dem wir uns gerade fein säuberlich vom Weg geräumt hatten, lief einer der Schäferhunde los und kam bellend direkt zu uns. Der zweite folgte deutlich halbherziger aber doch diesem Vorbild. O-Ton der Besitzerin: „das passt schon, die bellen nur“.
Ja, es stimmt, die Hunde waren harmlos in dem Sinne, als dass sie nicht ankamen um zu beißen oder ernsthaften Zoff zu provozieren. Aber nein, es passte für meinen Hund dennoch gerade ganz und gar NICHT. Um das festzustellen, reichte mir ein Blick auf die Situation und Körpersprache aller Beteiligten.
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Neues über Beschwichtigungssignale

Der Verweis auf Beschwichtigungssignale ist heutzutage fast schon gang und gäbe – zumindest unter jenen HundehalterInnen und -expertInnen, die sich dem fairen und gewaltfreien Umgang mit Hunden verschrieben haben. Seit jedoch Turid Rugaas den Begriff der Beschwichtigungssignale geprägt und in der Hundeszene weiter verbreitet hat, gibt es auch Kontroversen rund um ihre Interpretation dieser Signale. Kritisch hinterfragt wird dabei nicht das Auftreten der von Rugaas als Beschwichtigungssignale bezeichneten körpersprachlichen Elemente, sondern ob tatsächlich in allen Fällen eine kommunikative und „beruhigende“, konflikthemmende Funktion dieser Signale besteht. Wissenschaftliche Studien in dem Bereich sind immer noch rar bis nicht vorhanden.

Eine vor kurzem veröffentlichte Pilotstudie an der Universität von Pisa beschäftigte sich aber genau damit, nämlich einer wisschenschaftlichen Bewertung darüber, ob die von Rugaas als Beschwichtigungssignale (Calming signals) bezeichneten Verhaltensweisen eine kommunikative und deeskalierende Funktion innerhalb aggressiver Außeinandersetzungen mit Artgenossen aufweisen. „Neues über Beschwichtigungssignale“ weiterlesen

Warum (m)ein Hund mich anknurren darf

Für viele HundehalterInnen ist es immer noch ein großes No-Go, von einem Hund angeknurrt zu werden. Hunde haben so ein Verhalten dem Menschen gegenüber nicht zu zeigen, ganz besonders nicht der eigene Hund, ganz klar! Notfalls muss dem Hund klar gemacht werden, wo der Hammer hängt. Oder?

Hunde knurren eben

Knurren ist zunächst ein völlig normales Element des hündischen Sozialverhaltens. Es stellt eine Warnung dar und dient dazu, die Eskalation eines Konfliktes zu vermeiden, nicht (wie häufig angenommen wird) zu fördern. Grob übersetzt sagt ein Hund mit einem Knurren „ich fühle mich unwohl/bedrängt“ beziehungsweise „bis hierhin und nicht weiter“. Ein knurrender Hund zeigt an, dass er das aktuelle Verhalten des Gegenübers unterbrechen möchte, sodass alle wieder zu einem entspannten Grundzustand übergehen können. „Warum (m)ein Hund mich anknurren darf“ weiterlesen

Können diese Augen lügen? So viel List steckt in unseren Hunden.

 

Habt ihr es selbst schon einmal beobachten können? Hunde täuschen manchmal andere Hunde, um an beliebte Ressourcen zu kommen. Fehlalarm an der Wohnungstüre scheint eine besonders häufig genutzte Masche zu sein. Alarmgebell, das normalerweise einen Besucher ankündigt, bringt den Artgenossen dazu, einzustimmen und zur Tür zu laufen. Währenddessen hat der „betrügerische“ Hund die Zeit, dem Kumpel den Kauknochen oder den Liegeplatz zu stehlen.

Ähnliche Beobachtungen machte auch Marianne Heberlein bei ihren eigenen Hunden. Mit KollegInnen an der Universität Zürich erforschte sie daraufhin, ob Hunde auch Menschen derart in die Irre führen. Im März 2017 erschienen die interessanten Studienergebnisse in einem Artikel im Fachjournal Animal Cognition. „Können diese Augen lügen? So viel List steckt in unseren Hunden.“ weiterlesen

Packwalks

Wer sich in letzter Zeit ab und an durch das gängige Programm von Hundeschulen bzw. HundetrainerInnen gewühlt hat, dem wird vielleicht aufgefallen sein, dass sogenannte „Packwalks“ oder „Rudelspaziergänge“ immer häufiger unter den Angeboten landen – ja manchmal sogar eines der ganz besonderen Aushängeschilder eines Trainers oder einer Trainerin sind. *

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Würden Hunde „Packwalks“ buchen?

Zunächst – was definiert so einen Packwalk? Menschen gehen mit einer Hundegruppe spazieren und lernen einen, zwei bzw. als Endziel eine ganze Hundegruppe (an der Leine) souverän und entspannt zu führen. Ohne Handgreiflichkeiten und Geschrei aber auch ohne Leckerlibestechung oder Clickertraining soll „die optimale Energie zwischen Hund und Mensch“ erreicht werden – so die Zielsetzung. Etwas konkreter sieht es meistens so aus, dass sich eine Gruppe formiert bestehend aus Menschen, die entweder mit ihren eigenen Hunden oder ohne Hund am Trainingsprogramm teilnehmen und dem Trainer/der Trainerin, der/die häufig ein paar Hunde aus dem „eigenen“ Rudel mitbringt. Diese Gruppe spaziert meist durch den öffentlichen Raum, die TeilnehmerInnen lernen sich durchzusetzen und einen bis mehrere Hunde neben sich zu führen, ohne dass es von Seiten der Hunde zu Übertretungen kommt. Sehr nah am Menschen soll der Hund laufen, und auf gar keinen Fall vorpreschen – gelehrt wird das durch das Auftreten mit der „richtigen Energie“. An der Leine zu laufen ohne aufzufallen, geduldig zu warten wenn und so lange der Hundeführer es möchte und problemfrei die Anwesenheit der Artgenossen zu akzeptieren, das sollen die Hunde dabei lernen. In der Gruppe sind die Erfahrungsgrade der Hunde wie auch der Menschen normalerweise sehr gemischt, vom Rudelneuling bis hin zum Profi-Packwalker kann alles dabei sein. Dementsprechend auffällig oder unauffällig verhalten sich auch die Hunde und die trainierenden Menschen. Die Königsklasse eines solchen Gassigangs mit dem „Rudel“ zeigen TrainerInnen gerne her: sie dirigieren viele Hunde ganz ohne Leine neben sich! „Packwalks“ weiterlesen